Mittwoch, 14. September 2016

Fest Kreuzerhöhung

Dieses Fest ist das jährliche Gedächtnis, daß das Kreuz, an welchem Christus gestorben, in der von Konstantin dem Großen und seiner Mutter, der hl. Helena, zu Jerusalem erbauten heiligen Kreuzkirche zur öffentlichen Verehrung aufgestellt worden. Dies ist geschehen unter dem Kaiser Konstantin, als die heil. Kreuzkirche eingeweiht wurde; dann aufs Neue unter dem Kaiser Heraklius, der das heilige Kreuz, welches von dem Perserkönig Chosroes nach Persien gebracht worden und daselbst vierzehn Jahre geblieben war, wieder eroberte, nach Jerusalem zurückbrachte und selbst auf den Kalvarienberg trug, auf den es der Heiland getragen hatte.
Als der Kaiser Heraklius aus Ehrfurcht das heilige Kreuz auf seinen eigenen Schultern zu dem bestimmten Orte tragen wollte, aber dabei mit kaiserlichem Schmucke angetan war, konnte er dasselbe nicht weiter bringen, bis er auf Anraten des Patriarchen Zacharias den kaiserlichen Schmuck ablegte, sich ärmlich kleidete, die Schuhe auszog, und auf solche Art sich dem armen und demütigen Heilande gleich machte.


entnommen aus: Christkatholisches Unterrichts- und Erbauungsbuch, R. P. Goffine, Ord. Präm., hrsg. Pfar. Franz Xaver Steck, mit vielen erzbischöflichen und bischöflichen Approbationen, 1872



Introitus

Wir aber müssen uns rühmen im Kreuze unseres Herrn Jesus Christus; in Ihm ist für uns das Heil, das Leben und die Auferstehung; durch Ihn sind wir gerettet und erlöst.
Gott möge Sich unser erbarmen und uns segnen; Er lasse Sein Antlitz über uns leuchten und erbarme Sich unser. Ehre sei.


Oratio

O Gott, Du erfreust uns am heutigen Tage durch die jährliche Feier der Erhöhung des heiligen Kreuzes; wir bitten Dich nun: laß uns im Himmel die Früchte der Erlösungstat Dessen (nämlich Jesu Christi) erlangen, Dessen Geheimnis wir auf Erden erkannt haben. Durch Ihn, unsern Herrn.


Evangelium (Jo. 12, 31-36)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Scharen der Juden: "Jetzt ergeht das Gericht über die Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt (der Satan) hinausgeworfen werden (durch den Opfertod Christi). Ich aber werde, wenn Ich von der Erde erhöht bin (am Kreuze), alles an Mich ziehen." (Das sagte Er, um die Art Seines Todes anzudeuten)
Das Volk antwortete Ihm: "Wir haben aus dem Gesetze gehört, daß Christus ewig bleibt. Wie kannst Du sagen, der Menschensohn muß erhöht (getötet) werden? Wer ist dieser Menschensohn?"
Jesus antwortete ihnen: "Noch kurze Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit die Finsternis euch nicht überrasche; denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Glaubet an das Licht, solang ihr das Licht habt, damit ihr Kinder des Lichtes seid."


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur