Dienstag, 30. August 2016

Gebet eines Kranken zum hl. Schutzengel

O heiliger Schutzengel mein,
Erhöre doch mein Flehen,
weil ich nicht kann, woll´st du hinein
Für mich zur Kirche gehen.

Dort knie dich an mein Plätzlein hin,

Wo ich so gern möcht’ beten;
O wolltest mich mit frommem Sinn
Beim heiligen Opfer vertreten.

Sag´ meinem lieben Gott und Herrn,
Ich schenk’ Ihm Leib und Seele,
Sag´s, wie ich habe Ihn so gern
Und alles Ihm befehle.

Und bei der Wandlung wirf dich dann
Dem Gotteslamm zu Füßen,
Befiehl ihm meine Seele an,
Er soll sie gut verschließen.

Und dann, du liebes Engelein,
Wolltst Ihm doch auch empfehlen,
Ob nah´, ob fern die Freunde mein,
Die lieben, teuren Seelen.

Und hat mich jüngst ein Herz betrübt,
Dem sollst Du extra beten,
Dass unser Herr ihm 
Gnaden
gibt
In Leib- und Seelen-Nöten.

Bring’ von des Priesters Kommunion
Doch mir auch einen Segen,
O! könntest du den Gottessohn
Tief in das Herz mir legen!

Sag´ Ihm, mich hungert täglich mehr
Nach Ihm und seiner Liebe,
Und wie ich wünschte nichts so sehr,
Als dass ich treu Ihm bliebe.

Ja, treu bis an mein letztes End’
Mit Lieb und Seel’ sein eigen;
D´rum mög´er seine Segens-Händ´
Erbarmend zu mir neigen.

Ja, seinen Segen bringe mir,
Lieb´ Engelein, aufs Neue,
Und ewig will ich danken dir
Für deine Huld und Treue. Amen

 



 
gefunden bei Emmy Giehrl, Kreuzesblüten, 1917

Fest der hl. Rosa von der Mutter Gottes, Jungfrau von Lima

Quelle: Wikipedia
Rosa, eine der ersten und schönsten Blumen des erst viel später, als in anderen Weltteilen, aufblühenden Christentums in Amerika, wurde im Jahre 1586 zu Lima in Peru geboren. In der heiligen Taufe erhielt sie den Namen Isabella. Später nannte man sie wegen ihrer Schönheit Rosa. Ihre Eltern, sehr fromm und tugendhaft, erzogen sie mit aller Sorgfalt in der Furcht des Herrn. Dieser segnete ihre Mühe. Rosa ließ sich erziehen. Von ihrer ersten Kindheit an bis zur letzten Stunde ihres irdischen Lebens wandelte sie heldenmütig den engen Pfad des Heils. Schon in ihrer zarten Jugend bewies sie eine außerordentliche Geduld und ertrug Beleidigungen ohne Klage. Öfters genoß sie mehrere Tage nacheinander nur Wasser und Brot, und gab die bessere Nahrung Armen und Kranken. Katharina von siena, diese große Heilige, war ihr Vorbild. Wie diese, ertötete auch Rosa in sich Stolz und Sinnlichkeit und unterdrückte durch strenge Bußwerke jede aufkeimende Leidenschaft. Mit Furcht hörte sie jederzeit das Lob, das man ihrer Schönheit erteilte. Nicht selten gebrauchte sie Mittel, welche ihrem Angesichte die Frische und Schönheit der Farbe nahmen. Die Eigenliebe, diese reichliche Quelle so vieler und heftiger Leidenschaften, vernichtete sie durch Demut, Selbstverleugnung und Gehorsam. Sie befolgte den leisesten Wink ihrer Eltern und Vorgesetzten. Die Liebe zu ihren Eltern zeigte sich im schönsten Lichte, als diese durch unverschuldetes Unglück in die größte Armut gerieten. Tag und Nacht arbeitete die zarte Jungfrau unermüdet, um das Elend und die Not ihrer lieben Eltern zu mildern. Als man später in sie drang, sich zu verehelichen, ließ sie sich , um von diesen Anträgen befreit zu werden, in den dritten Orden des heiligen Dominikus aufnehmen. Nun war sie in ihrem Elemente. Sie wählte eine kleine Zelle, wo sie die strengsten Bußwerke übte. Auf ihrem Haupte trug sie einen Kranz von Blumen, der aber inwendig Stacheln hatte. Dies geschah, damit sie stets an die Leiden des Erlösers erinnert würde. Ihr Gebetseifer, ihre andacht, besonders wenn sie vor dem heiligsten Altarssakramente kniete, oder Jesus Christus, den Neubeleber, im heil. Abendmahle empfieng, war so groß, daß ihr Angesicht strahlte. Sie wurde auch großer Gnaden von Gott gewürdigt. So lebte Rosa mehrere Jahre. Endlich suchte sie der Herr mit einer schmerzlichen Krankheit heim. Doch auch da bewahrheitete sich an ihr das Wort des Apostels: "Denen, die Gott lieben, gereichen alle Dinge zum Besten." (Röm. 8. 28)
Rosa ertrug die Schmerzen ihrer Krankheit mit bewunderungswürdiger Geduld. "Herr!" rief sie, "vermehre meine Leiden, aber vermehre auch die Liebe zu Dir in meinem Herzen!" Der Herr nahm seine treue Braut aus diesem Lande der Mängel am 24. August des Jahres 1617 im 31 Jahre ihres Lebens hinweg. Der Erzbischof von Lima, das Kapitel, der Senat und die Vornehmsten der Stadt begleiteten ihre Leiche. Papst Clemens X. erhob sie im Jahre 1671 unter die Zahl der Heiligen und verordnete, ihr Andenken am 30. August zu feiern.


Betrachtung

Die hl. Rosa lebte nur für Gott. Folge ihr nach, o Christ, wenn du ihr Andenken würdig feiern willst. Nimm immer den Willen des Vaters im Himmel zur Richtschnur deines Wandels. Weihe dich nur Gott. Das wirst du aber erst dann können, wenn du in dir alle Eigenliebe, wie Rosa, ertötest. Mächtig mußt du darum alle Hindernisse wegschaffen, welche deine Liebe zu Gott schwächen; gebrauchen mußt du alle Mittel, welche diese Liebe immer mehr in dir entflammen. Wen die wahre Liebe zu Gott beseelt, der wird in Allem heilig wandeln. Beim Anfang und am Ende jeder Arbeit wird er ausrufen: "Gott! Dein Name werde geheiligt! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!"


Gebet

Himmlischer Vater! als Deine Diener wollen wir mit innigster Liebe und Treue uns stets Dir weihen und Deinen Willen tun, wie Rosa.
Wir bitten um Deinen Beistand dazu durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

entnommen aus: Legende der Heiligen auf jeden Tag des Jahres nebst der Anwendung auf die Glaubens- und Sittenlehre, hrsg. von einem Verein katholischer Geistlichen der Diözese Augsburg, 1836

Montag, 29. August 2016

Tägliches Gebet zum Heiligen Geist

Quelle: Wikipedia
O Gott Heiliger Geist, den ich verachtet, betrübt und zurückgewiesen habe von meiner Kindheit bis zum heutigen Tage, offenbare mir Deine Persönlichkeit, Deine Gegenwart, Deine Macht! Laß mich erkennen deine siebenfachen Gaben - den Geist der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Furcht Gottes. O Du, der du bist der Geist des Vaters und des Sohnes, der Du taufest mit feuer und gießest aus die Liebe Gottes in unsere Herzen, gieße aus Deine Liebe in mein Herz! Eines, o Herr, habe ich verlangt von Dir - das will ich suchen, nicht Reichtum, Rang, Macht, irdisches Heim und irdisches Glück -, aber einen Strahl dieses heiligen Lichtes, einen Funken dieses heiligen Feuers, das mich entzünde, und mich ganz in das Feuer der Liebe versenke! Laß diese heilige Feuer in mir aufleuchten, daß es in mir jeden Rest der Sünde an Leib und Seele austilge. Reinige mich siebenfach mit Deinen Gaben! Mache aus mir ein heiliges und ganz angenehmes Opfer! Entzünde mich mit Eifer und laß mich zerfließen in Buße, daß ich möge leben das Leben und sterben den Tod eines wahrhaft bußfertigen Sünders. Amen


Kardinal Henry Edward Manning
 
 
entnommen aus: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, A. M. Weigl, kirchliche Druckerlaubnis Regensburg 1973

Fest der Enthauptung des hl. Johannes des Täufers

Quelle: Wikipedia
Wie die Geburt (24. Juni), so ehrt die Kirche auch den Martertod des Größten unter den vom Weibe Geborenen durch ein eigenes Fest. Der Introitus und die Lectio erinnern an den Freimut des heiligen Vorläufers. Das Evangelium erzählt den Hergang seines Martyriums.


Introitus

Ich legte Zeugnis ab für Dein Gesetz vor Königen und wurde nicht zuschanden; ich überdachte Dein Gebot, das ich gar innig liebe. Gut ist's, den Herrn zu preisen, und Deines Namens Lob zu singen, Allerhöchster. Ehre sei.



Lectio Jeremiae Prophetae

In jenen Tagen erging das Wort des Herrn also an mich: "Gürte deine Lenden, mache dich auf und rede zu Juda alles, was Ich dir gebiete. Habe keine Angst vor ihnen; denn Ich will bewirken, daß du dich vor ihnen nicht zu fürchten brauchst. Ich mache dich ja heute zu einer festen Burg, zu einer eisernen Säule, zu einer ehernen Mauer wider das ganze Land, wider die Könige von Juda und seine Fürsten, wider die Priester und das Volk des Landes. Sie werden zwar kämpfen wider dich, aber dich nicht überwältigen; denn Ich bin mit dir", spricht der Herr, "um dich zu befreien."




Evangelium

In jener Zeit ließ Herodes den Johannes ergreifen und ins Gefängnis werfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, die er zum Weibe genommen hatte. Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: "Es ist dir nicht erlaubt, das Weib deines Bruders zu haben." Daher stellte ihm Herodias nach und wollte ihn töten; sie konnte es jedoch nicht. Herodes hatte nämlich Scheu vor Johannes, weil er wußte, daß er ein gerechter und heiliger Mann war. Er hielt ihn zwar in Gewahrsam, tat aber vieles auf seinen Rat hin und hörte ihn gerne. - Da kam ein gelegener Tag. Herodes gab zu seinem Geburtsfeste den Großen, den Hauptleuten und den Vornehmen von Galiläa ein Gastmahl. Da trat die Tochter der Herodias hinein und tanzte. Sie gefiel dem Herodes und auch denen, die mit ihm zu Tische waren. Da sprach der König zu dem Mädchen: "Verlange von mir, was du willst, und ich werde es dir geben." Ja, er schwur ihr: "Alles, was immer du von mir verlangst, werde ich dir geben und wäre es die Hälfte meines Reiches." Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: "Was soll ich begehren?" Diese antwortete: "Das Haupt Johannes' des Täufers." Sogleichte eilte sie zum König hinein und forderte also: " Ich will, daß du mir sofort auf einer Schüssel das Haupt Johannes' des Täufers gibst." Da ward der König traurig; aber wegen des Schwures und der Gäste wollte er sie nicht abweisen. Er schickte also einen seiner Leibwächter hin mit dem Auftrag, das Haupt auf einer Schüssel zu bringen. Dieser enthauptete ihn im Gefängnis, brachte das Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, das Mädchen aber gab es seiner Mutter. Als seine Jünger es hörten, kamen sie, holten den Leichnam und bestatteten ihn in einem Grabmal.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur


Bitten wir Gott, daß er unserem Papst Franziskus den Glauben und den Mut gebe, daß er gegen die Sünden der UNO (LGTB etc.) sich widersetzen möge und diese als Sünden öffentlich brandmarken möge, wie es seine Aufgabe wäre.

Sonntag, 28. August 2016

Gebet des Hl. Augustinus zum Heiligen Geist

Hl. Augustinus Lateranbasilika
Quelle: Wikipedia
Atme in mir, du Heiliger Geist,
daß ich Heiliges denke!

Treibe mich, du Heiliger Geist,
daß ich Heiliges tue!

Locke mich, du Heiliger Geist,
daß ich Heiliges liebe!

Stärke mich, du Heiliger Geist,
daß ich Heiliges hüte!

Hüte mich, du Heiliger Geist,
daß ich es nimmer verliere!


entnommen aus Gottesdienst Gebets- und Gesangbuch der Erzdiözese München und Freising 1957

Lassen Sie uns zu unserem Beistand beten für die gesamte katholische Kirche, damit alle vor allen Dingen unser Papst, unsere Kardinäle und Bischöfe, unsere Ordensgeistlichen und alle Gläubigen, wie der Hl. Kirchenlehrer Augustinus, Heiliges denken, lieben und bewahren!


"Ich will den Vater bitten, daß er euch einen anderen Beistand gibt, der in Ewigkeit bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr jedoch kennt ihn; denn er wird dauernd in euch sein."
Joh 14, 16
                  



Dank an Gott

Nie kann, o Herr, ich danken Dir genug;
es soll Dir danken jeder Atemzug.
Es soll dir danken jeder Herzensschlag
bis auf den letzten Schlag am letzten Tag.
Es soll Dir danken jeglicher Gedanke.
Nichts andres möchte ich denken, als: Ich danke, danke!


Entnommen aus: Gottesdienst, Gebets- und Gesangsbuch der Erzdiözese München und Freising, Michael Kardinal Faulhaber, 25. Februar 1950

Gebet nach der hl. Kommunion

Wir sagen Dir Dank, Heiliger Vater, für Deinen heiligen Namen, den Du Wohnung nehmen ließest in unseren Herzen, sowie für die Erkenntnis und den Glauben und die Unsterblichkeit, die du uns geoffenbart hast durch Jesus, Deinen Sohn, Dir die ehre in alle Ewigkeit! Du, o allmächtiger Herr, hast alles um Deines Namens willen erschaffen, Du hast den Menschen Speise und Trank zum Genusse gegeben, auf daß sie Dir danksagen. Uns aber hast Du gnädig eine geistige Speise und einen geistigen Trank und das ewige Leben gespendet, durch Deinen Sohn. Vor allem sagen wir Dir Dank ob Deiner Macht. Dir die Ehre in alle Ewigkeit! Gedenke, o Herr, Deiner Kirche: erlöse sie von allem Übel und vollende sie in Deiner Liebe; sie, die geheiligte, führe aus allen vier Winden zusammen zu Deinem Reiche, das Du für sie bereitet hast; denn Dein ist die Macht und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Kommen möge die Gnade! Vergehen möge diese Welt! Hosanna dem Sohne Davids! Wer heilig ist, trete hinzu; wer nicht tue Buße! Marán athá (Unser Herr komm)! Amen.

Zwölfapostellehre
 
 
 
entnommen aus: Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Fünfzehnter Sonntag nach Pfingsten

Introitus

Herr, neige Dein Ohr zu mir und erhöre mich: errette Deinen Diener, der auf Dich hoffet, mein Gott. Erbarm Dich meiner, o Herr, ich rufe zu Dir den ganzen Tag. Mach froh die Seele Deines Knechtes; denn zu Dir, o Herr, erhebe ich meine Seele.


Oratio

Immerwährendes Erbarmen reinige und schirme Deine Kirche, o Herr; und weil sie ohne Dich nicht heil bestehen kann, so werde sie allezeit durch Deine Gnade geleitet. Durch unsern Herrn.


Epistola (Gal. 5, 25-26; 6, 1-10)

Brüder! Wenn wir im Geiste leben, laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander herausfordern, einander beneiden. Brüder! Wenn auch einer von irgendeinem Fehler überrascht wird, so unterweiset ihn im Geiste der Sanftmut. Hab acht auf dich selbst, damit nicht auch du versuchet werdest (und fallest). Einer trage des anderen Last, dann werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Denn wenn einer sich einbildet, etwas zu sein, da er doch nichts ist, betrügt er sich selbst. Ein jeder prüfe sein eigenes Tun; dann mag er sich bei sich selber rühmen, nicht vor einem anderen. Denn jeder hat seine eigene Last zu tragen. Wer in der Lehre Unterricht erhält, teile all sein Gut mit dem, der ihn unterrichtet. Täuschet euch nicht: Gott läßt Seiner nicht spotten. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Wer im Fleische sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber im Geiste sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten. So laßt uns denn Gutes tun und nicht ermüden; zu seiner Zeit dann werden wir ernten, wenn wir nicht nachlassen. Solange wir noch Zeit haben, laßt uns allen Gutes tun, vorzüglich aber den Glaubensgenossen.

entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur



Lassen Sie uns alle bei Gott häufig die Oratio beten, daß Er Seiner Kirche beistehe, trotz des Papstes und der Kardinäle, Bischöfe, Priester und Ordensleute, die Seine Lehre nicht mehr unverfälscht verkünden und nicht gegen die Sünden der Welt die Stimme erheben.

Gebete vor der hl. Kommunion

Allmächtiger, ewiger Gott, siehe ich komme zum Sakramente Deines eingeborenen Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Ich komme wie ein Kranker zum Arzte des Lebens, wie ein Unreiner zum Quell der Barmherzigkeit, wie ein Blinder zum Lichte der ewigen Klarheit, wie ein Armer und Bedürftiger zum Herrn des Himmels und der Erde. Ich bitte Dich also im Vertrauen auf Deine überreiche Güte: heile gnädigst meine Krankheit, wasche ab meine Unreinigkeit, erleuchte meine Blindheit, bereichere meine Armut und bekleide meine Nacktheit, damit ich das Brot der Engel, den König der Könige und den Herrn der Herrscher mit so großer Ehrfurcht und Demut, mit so tiefer Zerknirschung und Andacht, mit so reinem und gläubigem Herzen, mit solcher Gesinnung und Meinung genieße, wie es dem Heile meiner Seele nützlich ist.
Ich bitte, verleihe mir, daß ich nicht nur äußerlich das Sakrament des Leibes und Blutes des Herrn empfange, sondern auch innerlich dessen Wesen und Kraft. O mildreichster Gott, laß mich den Leib Deines eingeborenen Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, den Er aus Maria der Jungfrau, angenommen, so empfangen, daß ich verdiene, Seinem mystischen Leib einverleibt und dessen Gliedern beigezählt zu werden.
O Liebreichster Vater, laß mich Deinen vielgeliebten Sohn, den ich jetzt auf diesem Lebenswege verhüllt empfangen will, dereinst mit unverhülltem Angesicht ewig schauen, der als Gott mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.


Heiliger Thomas von Aquin


entnommen aus Schott Meßbuch Imprimatur 1957

Fest des hl. Augustinus, Bischofs, Bekenners und Kirchenlehrers

"Nimm und lies" - die Bekehrung des hl. Augustinus
Quelle: Wikipedia
Im Jahre 354 zu Tagaste in Numidien geboren, verbrachte er seine Jugend im Leichtsinn und nahm den Irrtum der Manichäer an. In Mailand kam er durch die Predigt des hl. Ambrosius zur Kenntnis des wahren Glaubens und zum Studium der Hl. Schrift und ließ sich dort 387 taufen. Nach Afrika zurückgekehrt, wurde er Priester und 395 Bischof von Hippo. Durch seine Predigten und Schriften übte er auf alle Länder und Zeiten einen gewaltigen Einfluß aus. Er ist der größte lateinische Kirchenlehrer, besonders als "Lehrer der Gnade". Er starb 430 in Hippo. Sein heiliger Leib wird in Pavia verehrt

entnommen aus: Schott Meßbuch 1957 Imprimatur


Betrachtung

Lieber christlicher Leser! Unter den vielen und herrlichen Stellen , welche in den Schriften des hl. Augustinus vorkommen, sei nur diese einzige zur Beherzigung: "Vergebens", schreibt der große Bischof, "würde man die wahre Weisheit zu erlangen streben, auf einem Wege, der von dem verschieden ist, den uns Gott selbst vorzeichnete. Wenn man mich fragt, welches Gebot die erste, die zweite, die dritte Stelle einnimmt, so antworte ich: die Demut, und werde, so oft man dieselbe Frage stellt, auch dieselbe Antwort geben. Dies will zwar nicht sagen, als gäbe es keine anderen Gebote; allein wenn die Demut nicht vorhergeht, nicht in der Begleitung, nicht im Gefolge steht, so entreißt der Stolz unsern Händen alles Gute, das wir tun. Unser Heiland hat Knechtsgestalt angenommen, um uns diese Tugend zu lehren, welcher sich eine gewisse Weisheit entgegensetzt, die eine wahre Unwissenheit ist."


Gebet

Ohne Dich vermögen wir Nichts, o Gott! und mit Dir Alles. Gib, das wir in uns jeden Stolz, jede Anmaßung vertilgen, und demütig, mithin Dir wohlgefällig werden! Wir bitten Dich durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.


entnommen aus: Legende der Heiligen auf jeden Tag des Jahres nebst der Anwendung auf die Glaubens- und Sittenlehre, hrsg. von einem Verein katholischer Geistlichen der Diözese Augsburg, 1836