Montag, 20. Juni 2016

Mutter für ihr Kind

O Mutter des Herrn, Mutter der Gnade und Mutter der Mütter! Ich weiß es ist eine Gnade Mutter zu sein. Dein göttlicher Sohn wollte nichts von dieser Welt, kein Haus und kein Heim, nicht Bruder und Schwester, nicht Reichtum und Macht, nicht Wohlergehen und Ehre. Aber eines wollte er doch, eine Mutter. Das war sein Glück, unter dem Herzen einer Mutter zu wohnen, von ihr gestillt und gepflegt zu werden. Wenn so Gottes eingeborener Sohn dein Kind war, so bist du die Mutter aller Muttergnade und Mutterwürde geworden und aller Mutterfreuden und Mutterleiden Krone hienieden.
So wende ich meine Augen zu dir, Mutter des Herrn. Wie die Augen der Dienerin auf die Hand der Herrin, so sind meine Augen gerichtet auf deine gütige Hand. Kann wohl eine Mutter ihres Kindes vergessen, daß sie nicht mehr gedächte der Frucht ihres Leibes? Sieh, das weiß jede Mutter, das kann nicht sein. So kannst du, himmlische Mutter, auch mein Kind nicht vergessen:
Wenn ich ihm gut bin, sei du es noch mehr;
wenn ich es nähre, letze du seine Seele;
wenn ich es kleide, ziere du sein Herz;
wenn immer es geht, halte du seine Hand;
wenn immer es lernt, führe du es zur Weisheit;
wenn jemals es abirrt, führe du es zurück,
und wenn es dereinst von hinnen fährt - geh es zu dir und zu mir!
O Mutter von der immerwährenden Hilfe, hilf mir und meinem Kinde! Amen.

entnommen aus: Gotteslob, Gebet- und Gesangbuch der Erzdiözese München und Freising, 25.Februar 1950 Michael Kardinal Faulhaber, Erzbischof von München und Freising


Lassen Sie uns beten für alle Mütter und Väter, die durch Abtreibung oder auch durch Empfängnisverhütung schwere Sünden auf sich geladen haben.