Mittwoch, 26. Juli 2017

Zum Fest der einzigen Großmutter Jesu Christi, der hl. Anna


Von dieser gottesfürchtigen Frau magst du lernen, wie man den Kindersegen zu betrachten hat.
Dass Eheleute wünschen, Gott möge Ihnen auch Kinder schenken, ist ganz natürlich; aber ob dieser Wunsch vor Gott auch wohlgefällig ist, das hängt davon ab, warum man es wünscht. Wenn du es wünschest wegen des Vergnügens, das Eltern an den Kindern haben, oder weil sie dir eine Stütze im Alter sein können, oder weil du für deinen Namen oder dein Vermögen Erben haben möchtest: so ist eben dein Wunsch weltlich und eigennützig.
Anna wünschte zwar auch Nachkommenschaft, weil es zu ihrer Zeit und bei ihrer Nation als Schande galt, wenn man keine Kinder hatte; aber die Hauptsache war ihr zuletzt doch, dass sie ein Kind habe, durch welches Gott verherrlicht werde. Sobald sie die Verheißung hatte, dass ihr Wunsch in Erfüllung gehe, so opferte sie dem Herrn alsbald das verheißene Kind, und es war ihr so sehr ernst damit, dass sie sich willig von dem einzigen, erst drei Jahre alten Kind trennte, um es im Tempel zur gottgeweihten Jungfrau erziehen zu lassen.
Denk wohl, wenn du Kinder hast, sie gehören eigentlich Gott, nicht Dir!

Darum erziehe sie auch für Gott, dazu hat er sie dir anvertraut und dir eigentlich nur in Pflegschaft gegeben. Frag deshalb ja nicht, wenn es sich um Erziehung, Stand und Versorgung eines Kindes handelt, was vorteilhaft, rühmlich, angenehm sei für das Kind oder dich und die Familie, sondern was Gottes Wille und Bestimmung sein möge.

Die Mutter der allerseligsten Jungfrau Maria ist von den ältesten Zeiten her in großer Verehrung gestanden bis auf den heutigen Tag. Im Morgenland und Abendland sind Kirchen erbaut worden, zu ihrer Verehrung; und es werden viele Wunder erzählt, wodurch denen Hilfe zuteil wurde, welche die hl. Anna um ihre Fürbitte vertrauensvoll angerufen haben.

aus: Legende oder christlicher Sternenhimmel von Alban Stolz, Herder, 1909, mit Imprimatur

 
 

Introitus

Frohlocken lasset uns alle im Herrn bei der Feier des Festtages zu Ehren der hl. Anna. Ob ihres Festes frohlocken die Engel und jubeln das Lob des Gottessohnes. Aus meinem Herzen strömt ein hohes Lied: ich weih mein Werk dem König. Ehre sei


Oratio

O Gott, Du hast der hl. Anna huldvoll die Gnade verliehen, die Mutter Deines eingeborenen Sohnes zu gebären: nun gib in Deiner Güte, daß die von uns heute gefeierte Heilige durch ihre Fürbitte bei Dir uns helfe. Durch Ihn, unsern Herrn.


aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur