Dienstag, 30. August 2016

Fest der hl. Rosa von der Mutter Gottes, Jungfrau von Lima

Quelle: Wikipedia
Rosa, eine der ersten und schönsten Blumen des erst viel später, als in anderen Weltteilen, aufblühenden Christentums in Amerika, wurde im Jahre 1586 zu Lima in Peru geboren. In der heiligen Taufe erhielt sie den Namen Isabella. Später nannte man sie wegen ihrer Schönheit Rosa. Ihre Eltern, sehr fromm und tugendhaft, erzogen sie mit aller Sorgfalt in der Furcht des Herrn. Dieser segnete ihre Mühe. Rosa ließ sich erziehen. Von ihrer ersten Kindheit an bis zur letzten Stunde ihres irdischen Lebens wandelte sie heldenmütig den engen Pfad des Heils. Schon in ihrer zarten Jugend bewies sie eine außerordentliche Geduld und ertrug Beleidigungen ohne Klage. Öfters genoß sie mehrere Tage nacheinander nur Wasser und Brot, und gab die bessere Nahrung Armen und Kranken. Katharina von siena, diese große Heilige, war ihr Vorbild. Wie diese, ertötete auch Rosa in sich Stolz und Sinnlichkeit und unterdrückte durch strenge Bußwerke jede aufkeimende Leidenschaft. Mit Furcht hörte sie jederzeit das Lob, das man ihrer Schönheit erteilte. Nicht selten gebrauchte sie Mittel, welche ihrem Angesichte die Frische und Schönheit der Farbe nahmen. Die Eigenliebe, diese reichliche Quelle so vieler und heftiger Leidenschaften, vernichtete sie durch Demut, Selbstverleugnung und Gehorsam. Sie befolgte den leisesten Wink ihrer Eltern und Vorgesetzten. Die Liebe zu ihren Eltern zeigte sich im schönsten Lichte, als diese durch unverschuldetes Unglück in die größte Armut gerieten. Tag und Nacht arbeitete die zarte Jungfrau unermüdet, um das Elend und die Not ihrer lieben Eltern zu mildern. Als man später in sie drang, sich zu verehelichen, ließ sie sich , um von diesen Anträgen befreit zu werden, in den dritten Orden des heiligen Dominikus aufnehmen. Nun war sie in ihrem Elemente. Sie wählte eine kleine Zelle, wo sie die strengsten Bußwerke übte. Auf ihrem Haupte trug sie einen Kranz von Blumen, der aber inwendig Stacheln hatte. Dies geschah, damit sie stets an die Leiden des Erlösers erinnert würde. Ihr Gebetseifer, ihre andacht, besonders wenn sie vor dem heiligsten Altarssakramente kniete, oder Jesus Christus, den Neubeleber, im heil. Abendmahle empfieng, war so groß, daß ihr Angesicht strahlte. Sie wurde auch großer Gnaden von Gott gewürdigt. So lebte Rosa mehrere Jahre. Endlich suchte sie der Herr mit einer schmerzlichen Krankheit heim. Doch auch da bewahrheitete sich an ihr das Wort des Apostels: "Denen, die Gott lieben, gereichen alle Dinge zum Besten." (Röm. 8. 28)
Rosa ertrug die Schmerzen ihrer Krankheit mit bewunderungswürdiger Geduld. "Herr!" rief sie, "vermehre meine Leiden, aber vermehre auch die Liebe zu Dir in meinem Herzen!" Der Herr nahm seine treue Braut aus diesem Lande der Mängel am 24. August des Jahres 1617 im 31 Jahre ihres Lebens hinweg. Der Erzbischof von Lima, das Kapitel, der Senat und die Vornehmsten der Stadt begleiteten ihre Leiche. Papst Clemens X. erhob sie im Jahre 1671 unter die Zahl der Heiligen und verordnete, ihr Andenken am 30. August zu feiern.


Betrachtung

Die hl. Rosa lebte nur für Gott. Folge ihr nach, o Christ, wenn du ihr Andenken würdig feiern willst. Nimm immer den Willen des Vaters im Himmel zur Richtschnur deines Wandels. Weihe dich nur Gott. Das wirst du aber erst dann können, wenn du in dir alle Eigenliebe, wie Rosa, ertötest. Mächtig mußt du darum alle Hindernisse wegschaffen, welche deine Liebe zu Gott schwächen; gebrauchen mußt du alle Mittel, welche diese Liebe immer mehr in dir entflammen. Wen die wahre Liebe zu Gott beseelt, der wird in Allem heilig wandeln. Beim Anfang und am Ende jeder Arbeit wird er ausrufen: "Gott! Dein Name werde geheiligt! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!"


Gebet

Himmlischer Vater! als Deine Diener wollen wir mit innigster Liebe und Treue uns stets Dir weihen und Deinen Willen tun, wie Rosa.
Wir bitten um Deinen Beistand dazu durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

entnommen aus: Legende der Heiligen auf jeden Tag des Jahres nebst der Anwendung auf die Glaubens- und Sittenlehre, hrsg. von einem Verein katholischer Geistlichen der Diözese Augsburg, 1836