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Freitag, 12. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Ite missa est und Schlußevangelium

Ite missa est
(Jesus zeigt sich den Jüngern in Galiläa, und spricht zu ihnen: Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben. Wie Mich Mein Vater gesendet hat, sende Ich auch euch. Gehet hin und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Lehret sie alles halten, was Ich euch geboten habe. Gehet! Ich bin bei euch bis ans Ende der Welt. - Er segnet sie nach diesem, und fährt in ihrer Gegenwart glorreich in den Himmel.) -
Wie danke ich Dir, o Jesu! für Deine grenzenlose Liebe! Gib mir die Gnade, alle Deine Gebote und alle bei meiner Taufe gemachten Verheißungen zu halten, um Dir meine Gegenliebe zu zeigen. - Höchster Priester! Du bist in Dein Heiligtum für ewig eingegangen. Segne alle meine Unternehmungen; und, wo Du bist, laß auch mich ewig sein.


Schlußevangelium
(Jesus sendet den heil. Geist über die Apostel. Diese reden auf einmal verschiedene Sprachen, so daß sie von allen Völkern verstanden werden; sie bekehren alsbald mehrere Tausende, wirken große Wunder, und begeben sich, alles Widerstandes und aller Verfolgung ungeachtet, in alle Welt, um das Evangelium Christi zu verkündigen.) -
Wie viel taten und litten diese Männer zur Aufnahme des Christentums! Soll ich durch die Erwägung ihrer Standhaftigkeit, mich nicht auch zur Standhaftigkeit stärken, und durch die Nachahmung ihrer Tugenden, die auf meine Lage anwendbar sind, meine Glückseligkeit immer mehr befördern? Möchte mich doch Gottes Geist ganz erfüllen! Möchte ich nur nach Deinen Einsprechungen leben, um einst Gott ewig zu besitzen, zu lieben und zu loben! Segne mich dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Dienstag, 9. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Agnus Dei

Der Priester macht mit dem dritten, dem kleineren Teil der heil. Hostie, drei Kreuze, und läßt diesen in den Kelch fallen.
(Jesus steigt, der Seele nach, in die Vorhölle und erlöset die Altväter, die Ihn sehnsuchtsvoll erwarteten.) -
O wie sehne auch ich mich nach jenem seligen Augenblicke, in welchem Du Dich an mir als Erlöser zeigen wirst, o Jesu!

Agnus Dei; O Du Lamm Gottes! .... dreimal
Domine non sum dignus .... dreimal
(Nachdem Jesus Seinen Geist aufgegeben hatte, bekennen nebst einem Hauptmanne viele andere Seine Unschuld, begeben sich mit Betrübnis nach Hause, und klopfen an ihre Brust.) -
Lamm Gottes! Alles bewunderte Deine unveränderliche Sanftmut, Deine unbesiegbare Geduld, Deine unerschütterliche Standhaftigkeit, Deine vollkommene Gemütsruhe, Deine sich stets gleiche Gesitesgröße bei den entsetzlichsten Qualen und dem grausamen Tode. Die Sonnenfinsternis und das Beben der Erde verherrlichte denselben; ein allgemeiner Schauer der Natur drang Juden und Heiden das Geständnis ab, daß Du unschuldig und als Sohn Gottes littest. Wie kann ich Dir für Deine unaussprechliche Liebe genug danken? Möchte ich doch durch Deinen heiligsten Leib und und durch Dein kostbares Blut, das ich jetzt im Geiste zu empfangen sehnlichst verlange, ganz gereinigt, und nie mehr von der seligen Vereinigung mit ihm getrennt werden!

(Jesus wird herrlich begraben, vorher aber gesalbt und abgewaschen.) - Von einem Tugendfreunde erhielst Du, o Jesu! dieses herrliche Begräbnis. O möchte mein Herz ganz rein sein, wann ich Dich beim Gebrauche des heiligsten Sakramentes des Altares, in dasselbe aufnehme!

(Das Grab wird mit einem Steine bedeckt, und mit dem Siegel des Pilatus verwahret.) -
Hier ruht nun Jesu Leichnam von Seinen Mißhandlungen aus, bis Er zu einem besseren Leben, mit glanz umgeben, zurückkehrt. - O göttlicher Erlöser! Laß mich meine Berufspflichten, gleich Dir, treu erfüllen und die freudige Hoffnung nähren, daß ich ein neues Leben anfangen werde, welches kein Schmerz und Elend mehr trüben kann.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Montag, 8. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Teilung der Hostie

Teilung der Hostie
(Jesus stirbt; der Vorhang des Tempels zerreißt; die Erde bebt; die Felsen spalten sich, und aus den eröffneten Gräbern stehen viele Leiber der Heiligen auf.) -
So ist er denn ausgetrunken der bittere Kelch, den der ewige Vater Seinem geliebten Sohne zur Rettung des Menschengeschlechtes darrreichte! Jesus ist Tot! - Er starb auch für mich! O liebevollster Heiland! laß mich, so lange ich lebe, meine Sünden, die zu Deinem Tode beigetragen haben, beweinen; erschüttere mein hartes Herz; bessere und heilige mich durch die Erinnerung an Deinen Tod. Laß mich Allem absterben, um mit Dir allein zu leben; erbarme Dich meiner in dem Augenblick meines Todes.

Der Priester legt einen Teil der heil. Hostie auf die Patenne, den andern hält er über den Kelch.
(Jesus übergibt zwar Seine Seele dem himmlischen Vater; Sein Leib aber bleibt noch einige Zeit am Kreuze hangen.) -
Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und preise Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Dein Kreuz ist ein Zufluchtsort der Sünder, der Thron Deiner Barmherzigkeit, die Kanzel, von der Du mir Liebe und Gehorsam gegen den himmlischen Vater, Feindesliebe und die Größe der Sünde predigst. Lasse mich nach Deinem Beispiele leben, leiden und sterben.

(Man öffnet Jesu, nach Seinem Tode, Seine Site mit einer Lanze.) -
Blicke, Vater! von dem HImmel auf Deinen Sohn Jesum. Er vergießt all' Sein Blut. Dies ruft auch für mich zu Dir um Gnade. Dies ist, was mir demütiges Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit einflößt. - O Jesu! durch Deine Wunden, heile die Wunden meines Herzens, und entzünde es noch einmal mit dem Feuer Deiner Liebe.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Freitag, 5. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Nobis quoque peccatoribus

Der Priester klopft an seine Brust, und bittet Gott, Er wolle Sich unser, als Sünder, durch Christum erbarmen.
(Jesus verzeiht dem büßenden Mörder am Kreuze.)
So bist Du denn immer der liebende Jesus, am Kreuze, wie da Du noch unter Sündern herumwandeltest. Wer Dich mit Vertrauen bittet, den erhörst Du. Deine Barmherzigkeit hat keine Schranken! Dein Herz wird im Wohltun nicht müde; es kann durch eigene Leiden im Wohltun nicht geschwächt werden; es wird selbst durch die Unwürdigkeit des Hilflosen im Wohltun nicht gehindert. O stärke mein schwaches Herz durch Deine allmächtige Gnade, Deinem Beispiele zu folgen. -

(Jesus leidet neue Schmerzen; Er leidet Durst, weswegen Ihm Essig und Galle gereicht werden; Er leidet Beschimpfungen, durch welche Ihn sogar der Andere der mitgekreuzigten Mörder entehrt; Er leidet innere Betrübnis und Verlassenheit Seiner Seele.)
O! es ist grausam, sich über die Schmerzen eines Todfeindes zu freuen, und eines Leidenden zu spotten, wenn er auch die Strafe verdient hat. - Schilt man mich, spottet man meiner, so laß mich, auch bei dem unverdientesten Hohn, an Deine Geduld und an Dein Schweigen denken, o Jesu! und laß es mir zum Muster dienen. -

(Jesus leidet Todesangst, und ist bereit, zur Ehre Seines himmlischen Vaters und zu unserem Heile zu sterben.) -
Jesus Martern dauerten mehrere Stunden; Er litt jeden Augenblick; Er litt innerlich und äußerlich; Er litt mit der willigsten Hingabe in den Willen Seines Vaters. Welche ausharrende Geduld, die weder durch die Heftigkeit, noch durch dasn Anhalten namenloser Schmerzen geschwächt wird! Möchte ich sie Dir ablernen, göttlicher Erlöser!




entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Donnerstag, 4. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Andenken für die Verstorbenen

(Jesus betet am Kreuze noch für Seine Feinde.) -
Und ich soll mich weigern, für meine Beleidiger zu beten, und sie zu entschuldigen? Sie mögen mir was immer antun, so leide ich doch weder so viel, noch so unschuldig, als Du littest, o Jesu! Vergib ihnen, vergib mir! Wäre ich wert, Dein Schüler zu sein, wenn ich der Feindschaft oder der Rachsucht in meinem Herzen Platz gäbe?



entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Mittwoch, 3. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Der Priester hält beide Hände über den Kelch und das Brot

(Jesus wird auf dem Kalvarienberge von den Soldaten ergriffen und Seine Kleidung wird Ihm von dem ganz mit Blut überronnenen Leibe, unter neuen Schmerzen herab gerissen.) -
Wer hat so geliebt, gelitten und geschwiegen, wie Jesus? O laß mich von Dir lieben, leiden und schweigen lernen!
(Jesus wird unter größten Schmerzen mit Nägel an das Kreuz geheftet.) -
Welche unaussprechlichen Leiden bei dieser schmählichen Todesart, mit der nur die größten Verbrecher belegt wurden! Welche peinlichen Schmerzen mußte dabei jedes Glied Deines Leibes fühlen! - Wie groß, o Jesu! ist Deine Liebe gegen mich! Wie schwer müssen meine Sünden vor Dir sein! Soll mir mein sündhafter Leib nicht als Werkzeug zur Buße dienen?


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Dienstag, 2. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Der Leib und das Blut Christi

(Jesus leidet nebst den h. Wunden andere heftige Schmerzen. Er wird nicht nur von dem vorübergehenden Volke, sondern auch von den vornehmsten Priester, von den Schriftgelehrten und Ältesten des Volkes verspottet und gelästert.) -
Wie beschämst Du mich, o Jesu! durch Dein Schweigen, bei dem beißenden und herausfordernden Gespötte Deiner Feinde! Mich bringt das geringste Spottwort außer Fassung. Ja, oft ein mißverstandenes oder zur unbequemen Zeit ausgesprochenes Liebeswort bringt mich in Hitze, und ich getraue mir, mich Deinen Nachfolger zu nennen? Ach! verzeihe mir, und lehre mich Dein göttlich schönes Schweigen.



entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Montag, 1. März 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Consecration

(Jesus wird am Kreuze erhöht, und dem ganzen Volke zur Schau gestellt.) -
Heiligster Vater! gerechter Gott! ich bete Dich an durch Jesum Christum Deinen Sohn, der Seinen Leib, welcher hier wahrhaftig gegenwärtig ist, und Sein Blut, das ebenfalls hier wirklich gegenwärtig, am Kreuze zur Vergebung meiner und der ganzen Welt Sünden hingegeben hat. Sei mir Seinetwegen barmherzig. Laß dieses heilige Opfer ein Versöhnungsopfer für mich sein. - Ich bete Dich an, o Jesu, göttliches Opfer der Liebe! Laß den Wert Deines kostbaren Blutes an mir nicht verloren sein.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Sonntag, 28. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Präfation

(Jesu betet in der Stille zu Seinem himmlischen Vater; leidet innerlich, Seiner Feinde und unserer Sünden wegen; wird von Pilatus aus Menschenfurcht zum Kreuzestode übergeben, und muß, nachdem Er kurz vorher in Jerusalem im Triumph eingezogen ist, Sein Kreuz auf den Kalvarienberg hinausschleppen.) -
O Jesu! Du ladest mich ein, Dir nachzufolgen. Wer Mir nachfolgen will, sprichst Du, verläugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. - Hier bin ich Herr! Ich bin dazu bereit. Gehst Du, göttlicher Hirt! hin, Dein Leben für Deine Schafe zu geben, o so sei auch mir, Deinem verirrten Schafe gnädig! - Hoherpriester! Du gibst Dich, statt der alten Opfer, für unsere Erlösung hin. Gib, daß ich alle Kräfte meiner Seele und meines Leibes Deinem Dienste opfere. -
(Jesus fällt unter dem Kreuze, und leidet viele Verspottungen.) -
Vater! sieh herab von Deinem Heiligtum auf den Isaak, der das schwere Holz, auf dem Er als Opfer sterben will, trägt, bis Er vor Entkräftung niedersinkt. Erbarme Dich meiner, und bewahre mich durch Seine Verdienste vor dem Rückfall in die Sünde.




entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Samstag, 27. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Andenken für Lebende

(Jesus wendet sich zu den Frauen, die Ihm unter Tränen folgen, und spricht: Ihr Töchter Jerusalems! weinet nicht über Mich, über euch selbst und über eure Kinder weinet.) -
Mir ist, als riefest Du, o Jesu! auch mir zu: Weine nicht über Mich, sondern über dich selbst und über deine Sünden, vergilt Meine Liebe nicht ferner mit Undank, murre bei Leiden nicht; brause über Beleidigungen nicht auf, denke nicht an Rache derselben. O, laß mich diesen Zuruf hören, damit mir Dein Versöhnungstod nicht zur Verdammung, sondern zum Heil gereiche!




entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Freitag, 26. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Lavabo

Lavabo

(Pilatus wäscht die Hände vor dem Volke und spricht: Ich bin rein an dem Blute dieses Unschuldigen; er sündigt aber dessen ungeachtet, weil er als Richter dem so ungerechten Begehren der Feinde Christi nicht genug widersteht, um dem Kaiser nicht zu mißfallen.) -
Wie abscheulich ist es, Recht und Gewissen der Menschenfurcht oder einem zeitlichen Vorteile zu opfern! - O Herr! laß mich auch dann noch meine Pflichten treu erfüllen, wann es mir Schaden bringt. Laß mich nicht Menschen, die mir höchstens mein zeitliches Gut rauben können, sondern Dich fürchten, der Du Leib und Seele ewig unglücklich machen kannst.




entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Donnerstag, 25. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Orate Fratres

(Jesus wird mit einem Purpurmantel um den Leib, mit der dörnernen Krone auf dem Haupte und mit dem Rohr in der Hand, dem Volke gezeigt, wobei Pilatus spricht: Seht den Menschen an! - Schon vorhin fielen die Soldaten vor Jesu auf die Kniee, und sagten spottend: Es lebe der König der Juden! spieen auf Ihn, gaben Ihm Backenstreiche, nahmen das Rohr, und schlugen es Ihm auf's Haupt.) -
Nimm ewiger Vater! alle Leiden Deines Sohnes in Gnaden an, und laß mich Ihn umso mehr lieben, je mehr Er meiner Sünden wegen duldet.



entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Mittwoch, 24. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Das Opfer Brot und Wein

Dominus vobiscum

(Jesus wir zu Pilatus zurückgeführt. Dieser wendet sich zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde Ihn an keinem von dem allen schuldig, worüber ihr Ihn anklaget.) -
Was für ein Zeugnis für die Unschuld und die Heiligkeit Jesu aus dem Munde eines heidnischen Landpflegers! - O Vater! sieh auf Deinen unschuldigen Sohn, und verzeih' mir durch Ihn meinen unheiligen, sündhaften Wandel.


Das Opfer Brot und Wein

(Jesus, der sich dem himmlischen Vater, zu Dessen Ehre und zu unserem Heile, während Seines Leidens stets opfert, wird der Kleider beraubt, gegeißelt, mit Dornen gekrönt, und als ein Afterkönig auf's Neue verspottet.) -
O Herr! nimm dieses Opfer zur Anerkennung Deiner höchsten Majestät und unserer gänzlichen Abhängigkeit von Dir, nimm es als ein Dank-, Versöhn-, und Bittopfer gnädig an, und verleih' mir die Gnade, daß ich alle meine bösen Gewohnheiten ablege, und jede Unreinigkeit verabscheue. Reinige meine Seele durch Dein Blut, das Du aus Liebe so häufig fließen ließest. Laß mich von den Menschen, die mich quälen, hinweg - und zu Dir hinauf schauen; sie können mir ja, ohne Deine Zulassung, nichts tun. Sei mein König! Laß mich jetzt an Deiner Erniedrigung, einst aber auch an Deiner Verherrlichung Teil nehmen.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Dienstag, 23. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Evangelium

Evangelium

(Man führt Jesum von Pilatus zu Herodes. Von diesem wird er gleich einem Toren verspottet.) -
Hält man mich für einen Toren, spottet man meiner, so laß mir, o Jesu! Deine Verspottung bei Herodes vor Augen schweben, und die ehre, tugendhaft zu bleiben, dem Spotte jener Menschen weit vorziehen, die niederträchtig genug sind, eine Forderung gegen dein heil. Gesetz an mich zu machen. - Laß mich die Lehre Deines Evangeliums, die Du am Ende mit Deinem Blute versiegelt hast, und jedes Deiner Tugendbeispiele bis in den Tod befolgen.



entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Montag, 22. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Epistel

Dominus vobiscum

(Jesus wendet sich zu Petrus, und blickt ihn an. Dieser geht hinaus und weint bitter.) -
Falle ich, wie Petrus aus Schwachheit, o so zeige mir Dein gnädiges Angesicht, o Gott! reiche mir Deine Hand, damit ich, wie dieser Jünger, geschwind aufstehe, meine Sünden beweine, mich bessere, und durch verdoppelten Eifer in Erfüllung meiner Pflichten die vorhergegangenen Fehler wieder gut mache.


Epistel

(Jesus wird zu Pilatus geführt, und auf mancherlei Art verleumdet und angeklagt.)
Wie schändlich und ungerecht ist die Verleumdung! sie  verletzt die Nächstenliebe, welche doch eine der wichtigsten Pflichten der Religion ist. Gott behüte mich gnädig davor! - Wer es mit der Wahrheit hält, sprichst Du, o Jesu! der hält es mir Mir. Verfestige mich in der Überzeugung, daß alle Deine Lehren die reinste Wahrheit sind, und verleihe mir, daß ich durch die Befolgung Deiner Vorschriften meine zeitliche und ewige Glückseligkeit befördere.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Sonntag, 21. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Oremus

Oremus

(Christus weckt seine Jünger vom Schlafe auf, und spricht: Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Stehet auf, laßt uns gehen! sehet, Mein Verräter naht sich!) -
Gehen wir auch einer unübersehbaren Reihe von Leiden herzhaft entgegen. - Ja, mein Gott! bist Du bei mir, bist Du, o Jesu! mein Vorgänger, so fürchte ich nichts.


Der Priester küßt den Altar

(Jesu geht Seinen Feinden entgegen, wird von Judas mit einem Kuße verraten und gefangen genommen.) -
Seinen Verräter nennt Jesus noch Freund, und will ihn durch eine liebreiche Warnung vor dem Untergang retten. - So lehrst Du mich, göttlicher Lehrer! durch Wort und Tat selbst Feinde lieben. Fern sei deswegen von mir jede Rache! - Sohn Gottes! zerreiße die Bande meiner Sünden, und gib, daß ich mich Deinem sanften Joche und Deiner leichten Bürde willig unterwerfe.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Drei Andachten zu dem mit der Todesangst ringenden Herzen Jesu, Direktion der Heiligen Stunde, Kloster der Heimsuchung Mariä, Uedem, Niederrhein, Steyler Missionsbuchhandlung, Kaldenkirchen,           6. verbesserte Auflage, Imprimatur 1949

Samstag, 20. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Introitus

Introitus

(Jesu wird erst zu Annas, alsdann zum Hohenpriester Kaiphas geführt, und von diesem wegen seiner Jünger und Lehre befragt. Er antwortet freimütig und bekommt einen Backenstreich.) -
Fordert es Deine Ehre, o Gott! die Ehre der Religion oder die Wohlfahrt meines gekränkten Mitmenschen, so laß mich freimütig und standhaft sein, wie Jesus es war, und lieber Beschimpfungen leiden, lieber Hab' und Gut verlieren, als Dir, der Religion, der Tugend untreu werden. - Richter der Lebendigen und der Toten sei mir gnädig!


Kyrie Eleison

(Jesus wird von Petrus, der Ihm kurz zuvor seine Treue bis in den Tod versprach, dreimal verläugnet.) -
Welche Warnung für mich, o Gott! meinem Herzen und den gemachten Vorsätzen nicht zu trauen! Laß sie mir heilsam werden. Verleihe mir durch Jesum Deine Gnade, ohne die ich nichts vermag, alle Gelegenheiten zum Bösen zu vermeiden, und sorgfältig über mein Betragen zu wachen.

entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Freitag, 19. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Das Confiteor

Das Confiteor

(Jesu fängt sein Leiden am Ölberge an, betet zu verschiedenen Malen, wird betrübt bis in den Tod, fällt auf sein Angesicht, und schwitzt, besonders unserer Sünden wegen, Blut.) -

Das Gebet sei auch meine Zuflucht, wenn mich Schwermut drückt; wenn mich Leiden umgeben, zu deren Ertragung ich mich zu schwach fühle. Mein Vater! will ich zu Gott rufen, wenn dieser Kelch nicht von mir weichen mag, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe Dein Wille! - O Vater! durch die tödliche Angst und den blutigen Schweiß Deines Sohnes bitte ich Dich, reinige meine Seele, und wende mir den unschätzbaren Wert Seiner Genugtuung und Seines Opfers zu. Nimm Seine tiefe Erniedrigung zur Abbüßung meines Stolzes an.


Verzeihung der Sünden durch das Misereatur

(Jesus wird von einem Engel gestärkt, und fährt fort zu beten.)
Vater! laß mich alle Tage meines Lebens Deine Allmacht und Güte anflehen, und durch ein aufrichtiges, und reuevolles Bekenntnis meiner Sünden Dir wohlgefällig werden, und Kraft und Trost bei Dir finden.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850

Donnerstag, 18. Februar 2021

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Der Priester geht zum Altare

Das Opfer des Neuen Testaments ist von Jesus ausdrücklich zum Andenken Seines Leidens und Todes eingesetzt worden. "Das tut," so sprach Er, "zum Meinem Andenken."
Betrachte also während desselben die unendliche Liebe, welche uns Jesus dadurch bewiesen hat. Wie herrlich sind die Früchte dieses großen Opfers, wenn man demselben mit Glauben, Hoffnung, Liebe und wahrer Reue über seine Sünden beiwohnt! Wie vertrauensvoll darf dadurch der reuevolle Sünder Verzeihung, der Gerechte die Vermehrung der Gnade, der Betrübte eine Quelle des Trostes, Alle endlich Licht, Weisheit und Stärke hoffen, um ihre Pflichten vollkommen zu erfüllen, und ihre Leiden mit stiller, ausharrender Geduld zu tragen, bis sie endlich in den Himmel, an den Ort des ewigen Friedens, gelangen!


Der Priester geht zum Altare

(Jesus begibt sich mit seinen Jüngern in den Garten, um zu leiden.)
Welcher Gehorsam gegen den himmlischen Vater! Welche Liebe zu den Menschen! Soll ich nicht seinen blutigen Fußstapfen folgen? - Vater! Ich vereinige mein Opfer mit dem Opfer Deines Sohnes. Dich möchte ich durch Ihn bei diesem großen Opfer anbeten, Dir danken, Dich um Vergebung meiner Sünden bitten, und mir, und allen lebenden und verstorbenen Gläubigen, Gnade erlangen.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850