Donnerstag, 25. Mai 2017

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 25

Quelle: Wikipedia
Pharisäer und Zöllner

25. Demut beim Gebet



1. Wohl wünschen wir. daß Gott unsere Bitten erhört, unsere Wünsche erfüllt. Er ist auch stets dazu bereit. Die Hindernisse sind immer auf unserer Seite, und eins der größten ist der Mangel an Demut. Wenn Gott den Stolzen widersteht, so wird er sicher nicht ihre Gebete erhören; will ich also, daß Gott mich erhöre, so muß ich mich vor ihm demütigen. Dann, und nur dann wird mein Gebet das Ohr des allmächtigen Gottes erreichen. "Das Gebet des Demütigen dringt durch die Wolken."

2. Eine der gefährlichsten Arten von Stolz ist die Überhebung über andere, und wir müssen sehr auf der Hut sein, daß wir uns vor diesem verderblichen Fehler schützen. Als der selbstbewußte Pharisäer Gott dankte, daß er besser sei als der Zöllner, bedachte er nicht, daß er durch sein Gebet Gott geradezu beleidigte. Der Stolz war es eben, der ihn verblendete. So verblendet er auch uns, und wir bedenken nicht, daß, wenn wir uns beim Gebete im geheimen beglückwünschen, daß wir frei von gewissen Fehlern sind, die wir an unserem Nächsten bemerken, wir Gott mißfallen, ihn beleidigen.

3. Wie sollen wir den beim Gebete die Demut üben? Indem wir dabei an unser Sündenelend denken, an die vielen Gnaden, die uns Gott verleihen, die wir aber in Undankbarkeit und Treulosigkeit verschwendet haben.



entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900