Montag, 5. Juni 2017

Unterricht für den Pfingstmontag

Quelle: Wikipedia
Gebet der Kirche

Gott! Der Du den Aposteln den heiligen Geist erteilet hast, schenke Deinem Volke Erhörung seines Gebetes, damit Alle, denen Du den Glauben gegeben hast, durch Deine Güte auch den Frieden erlangen durch Unsern Herrn Jesus Christus ...


Lektion: Aus der Apostelgeschichte 10, 34. 42-48

Petrus eröffnete in jenen Tagen seinen Mund und sprach: Männer und Brüder! Der Herr hat uns geboten, dem Volke zu predigen und zu bezeugen, daß Er es sei, der von Gott verordnet worden zum Richter der Lebendigen und Toten. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß Alle, die an Ihn glauben, durch Seinen Namen Vergebung der Sünden erlangen. Als Petrus noch diese Worte sprach, kam plötzlich der heilige Geist über Alle, welche das Wort hörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, staunten, daß auch über die Heiden ausgegossen wurde die Gnade des heiligen Geistes; denn sie hörten die Sprachen reden und Gott verherrlichen. Dann nahm Petrus das Wort: Kann wohl Jemand das Wasser versagen, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und er befahl, daß sie getauft würden im Namen des Herrn Jesu Christi.


Erklärung

Diese Lektion erzählt, wie der heilige Geist über die gläubigen Heiden, die bei dem Hauptmann Cornelius versammelt waren und die Predigt des heiligen Petrus anhörten, herabkam. Daß dies noch vor der Taufe geschah, hat seinen Grund wohl teils in dem Außerordentlichen der Begebenheit, indem Cornelius der Erstling aus der Heidenwelt war, der durch Gottes Gnade zum Glauben an Christus und zur Sinnesänderung kam und die Sündenvergebung erhielt, teils geschah es, damit die Judenchristen lernten, daß auch die Heiden zum Reiche Gottes berufen seien und an der Taufe des Cornelius keinen Anstoß nähmen.

Folge auch Du dem Zuge der Gnade Gottes, wie Cornelius: höre darum den Predigern aufmerksam und lernbegierig zu, vergiß aber nie, vor der Predigt andächtig den heiligen Geist anzurufen mit dem "Komm heiliger Geist ..."


Evangelium Johannes 3, 16-21

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn hingab, damit Alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß Er die Welt richte, sondern daß die Welt durch Ihn selig werde. Wer an Ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer nicht an Ihn glaubt der ist schon gerichtet, weil er an den Namen des eingeborenen Sohn Gottes nicht glaubt. Das aber ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn Jeder, der Böses tut, hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, damit seine Werke nicht gestraft werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt an das Licht, damit seine Werke offenbar werden, weil sie in Gott getan sind.


Woraus können wir die Liebe Gottes gegen uns Menschen ermessen?
Aus dem, daß Er Seinen eingeborenen Sohn uns zum Lehrmeister und Erlöser geschenkt und Ihn für uns in den schmählichsten und schmerzlichsten Tod dahingegeben hat, damit Alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.


Warum werden unerachtet dieser Liebe Gottes so viele verdammt?
Weil sie nicht an Christus glauben und nicht nach Seiner Lehre handeln, sondern die Finsternis, d. i. ihre bösen Werke und ihre Unwissenheit mehr lieben als das Licht, d. h. als den Heiland und Seine Lehre. Diese Menschen verdammen sich also selbst.


Warum hassen die Bösen das Licht oder Christum und Seine Lehre?
Damit sie nicht von demselben der Sündhaftigkeit überwiesen und in ihrer behaglichen Ruhe gestört werden. Die Guten hingegen suchen das Licht, damit sie lernen, was ihren Werken noch fehle, und sonach an ihrer Vollkommenheit arbeiten können.


Ist auch der heilige Geist als ein Licht in die Welt gekommen?
Ja; denn Er erleuchtet innerlich durch Seine Gnade die Herzen der Menschen, daß sie die Heilswahrheiten recht begreifen; und wie das natürliche Licht uns aus den Finsternissen führt, so führt uns der heilige Geist durch Sein übernatürliches Licht aus den Finsternissen der Unwissenheit und aus den Gefahren und Nachstellungen der Welt und des Teufels zur Heiligkeit und ewiger Seligkeit.


entnommen aus: Christkatholisches Unterrichts- und Erbauungsbuch,
R. P. Goffine Ord. Präm., mit vielen bischöflichen und erzbischöflichen Approbationen 1867 - 1874