Sonntag, 6. März 2016

Die offene Schuld - Das Gebet der Gemeinde einst jeden Sonntag

Ich armer, sündiger Mensch widersage dem bösen Feinde, allen seinen Eingebungen, seinem Rat und seiner Tat. Ich glaube an Gott den Vater, an Gott den Sohn und an Gott den Heiligen Geist. Ich glaube auch gänzlich alles, was die allgemeine Kirche zu glauben vorstellt. Mit diesem heiligen katholischen Glauben beichte und bekenne ich Gott dem Allmächtigen, Maria, Seiner hochwürdigen Mutter, allen lieben Heiligen und gebe mich schuldig, daß ich von meinen kindlichen Tagen an bis auf diese Stunde oft und viel gesündigt habe mit Gedanken, Worten und Werken und durch Unterlassung vieler guter Werke: wie denn solches geschehen ist, heimlich oder öffentlich, wissentlich oder unwissentlich, wider die zehn Gebote, in den sieben Hauptsünden, an den fünf Sinnen meines Leibes, wider Gott, wider meinen Nächsten und wider das Heil der armen Seele. Solche und alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich von Herzen. Darum bitte ich demütig Dich, ewigen, barmherzigen Gott, Du wollest mir Deine göttliche Gnade verleihen, mein Leben fristen so lange, bis daß ich hier alle meine Sünden möge beichten und büßen, Deine göttliche Huld erwerben und nach diesem elenden Leben die ewige Freude und Seligkeit erlangen. Deshalb klopfe ich an mein sündiges Herz und spreche mit dem öffentlichen Sünder:
Herr, Gott! Sei mir armen Sünder gnädig! Amen.


entnommen aus A. M. Weigel, Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, kirchliche Druckerlaubnis 1973