Donnerstag, 10. März 2016

Betrachtung für die heilige Stunde - Das Herz Jesu in großer Trauer am Ölberge

"Meine Seele ist betrübt bis in den Tod." (Matth. 26)
Dies sind die Worte, die aus dem Herzen Jesu im Garten Gethsemani hervorgingen, wo seine großen Leiden ihren Anfang nahmen.
Da überfiel das liebende Herz Jesu eine unbeschreibliche Furcht vor dem bitteren Tode und vor den trostlosen Qualen, welche diesen Tod begleiten würden. Im Verlaufe Seines Leidens haben die Geißeln, die Dornen, die Nägel, und andere Marterwerkzeuge nur eines nach dem anderen Ihn gepeinigt, aber hier im Garten treten sie alle auf einmal vor seine Seele, und quälen Sein heiligstes Herz mit unaussprechlicher Furcht und Angst. Alle diese Leiden umfängt Er aus Liebe zu uns; aber indem Er sie annimmt, ringt Er mit dem Tode; "Und als Er in der Todesangst Sich befand, betete Er länger." (Lk, 22)
Dazu gesellte sich noch großer Ekel und Überdruß vor dem Leiden, das Er auf Sich nehmen sollte: "Mein Vater! ist es möglich, so laß diesen Kelch an Mir vorübergehen!" (Matth. 26)
Er betete so, um uns zu lehren, daß wir in Trübsalen allerdings Gott bitten können, Er möge uns davon befreien: doch nicht wie Ich will, sondern wie Du willst!" - Was aber die Traurigkeit Seines heiligsten Herzens am Ölberge auf das Höchste steigerte, so daß sein blutiger Angstschweiß von Seinem Angesichte herabrann, war nicht so sehr der Anblick der bevorstehenden Leiden, als vielmehr der Undank der Menschen, der auch nach Seinem Tode nicht aufhören würde, Sein liebendes Herz durch alle Arten von Sünden zu beleidigen. Damals hat Er, wie der heilige Bernadin von Siena sagt, jede einzelne Sünde von uns gesehen und dieser Anblick preßte dem göttlichen Heiland das Blut aus Seinen Adern.
Betrübtes Herz meines Jesu! verleihe mir einen Anteil an jenen Schmerzen, die Du auf dem Ölberge über meine Sünden empfunden hast, daß ich sie bis zu meinem Tode bitte beweine. Ewiger Vater! sieh nicht auf meine Sünden, sondern auf Deinen geliebten Sohn, Der für mich trauert, und in Seiner Todesangst Blut schwitzet, um mir Verzeihung zu erlangen; sieh auf Ihn und erbarme Dich meiner.

Ablaßgebet

Die Seele Christi

entnommen aus: Die heilige Stunde, Bruderschaft zur Ehre des Allerheiligsten Herzens Jesu Paray-Le-Monial, Verlag Carl Überreuter, Wien 1850
Imprimatur Benignus Bischof von Autun, 10.02.1830