Montag, 14. März 2016

Betrachtung des Leidens Jesu bei der hl. Messe - Der Priester geht zum Altare

Das Opfer des Neuen Testaments ist von Jesus ausdrücklich zum Andenken Seines Leidens und Todes eingesetzt worden. "Das tut," so sprach Er, "zum Meinem Andenken."
Betrachte also während desselben die unendliche Liebe, welche uns Jesus dadurch bewiesen hat. Wie herrlich sind die Früchte dieses großen Opfers, wenn man demselben mit Glauben, Hoffnung, Liebe und wahrer Reue über seine Sünden beiwohnt! Wie vertrauensvoll darf dadurch der reuevolle Sünder Verzeihung, der Gerechte die Vermehrung der Gnade, der Betrübte eine Quelle des Trostes, Alle endlich Licht, Weisheit und Stärke hoffen, um ihre Pflichten vollkommen zu erfüllen, und ihre Leiden mit stiller, ausharrender Geduld zu tragen, bis sie endlich in den Himmel, an den Ort des ewigen Friedens, gelangen!


Der Priester geht zum Altare

(Jesus begibt sich mit seinen Jüngern in den Garten, um zu leiden.)
Welcher Gehorsam gegen den himmlischen Vater! Welche Liebe zu den Menschen! Soll ich nicht seinen blutigen Fußstapfen folgen? - Vater! Ich vereinige mein Opfer mit dem Opfer Deines Sohnes. Dich möchte ich durch Ihn bei diesem großen Opfer anbeten, Dir danken, Dich um Vergebung meiner Sünden bitten, und mir, und allen lebenden und verstorbenen Gläubigen, Gnade erlangen.


entnommen aus: Die Heilige Stunde - Todesangst unseres Herrn Jesus Christus im Ölgarten, Bischöfliche Gutheißung, Benignus, Bischof von Autun 10.02.1830, Verlag Überreuter, 2. Auflage Wien 1850